Erst die Vision - dann die Innovation

Visionen erwachen wie ein SonnenaufgangHaben Sie eine Vision? Ich meine damit einen Traum, bei dem Sie unwillkürlich lächeln und Sie sich darüber freuen, wie schön es wäre, wenn dieser Traum wahr werden würde?

Steve Job war ein unerschöpflicher Visionär, wie viele andere vor ihm und auch nach ihm. Erfolgreich werden aber nur die, die mit ihren Visionen nur wenige Jahre der Allgemeinheit vorauseilen und erkennen, was die Menschheit morgen braucht. Oder hatten Sie vor zehn Jahren gewusst, dass Sie ein Smartphone oder ein Tablet brauchen?

Den zeitgenössischen Visionären wie Ray Tomlinson, Steve Jobs, Bill Gates, Jack Dorsey und Mark Zuckerberg verdanke ich die technischen Grundlagen auf denen ich heute als E-Commerce-Managerin mein Geld verdienen kann. Der tragischste Visionär ist für mich Leonardo da Vinci. Seine Erfindungen fanden keine Investoren und wurden erst 400 Jahre später neu erfunden.

Doch es müssen nicht immer große Erfindungen sein, die die Gesellschaft verändern. So können auch ungewohnte Services in der eigenen Branche die Kunden für sich gewinnen und die Wettbewerber aufhorchen lassen. Dabei müssen noch nicht einmal neue Technologien erfunden werden, oft sind die aktuellen Möglichkeiten noch gar nicht ausgeschöpft.

Meistens fehlen nach meiner Erfahrung Visionen. Ja, gut, man möchte einen neuen Online-Shop. Der alte ist in die Jahre gekommen und sieht altbacken aus. Aber ist das eine Vision? Bei mir zaubert das noch kein verträumtes Lächeln auf die Lippen.

Dann müssen wir mal die Nutzer fragen? Hand aufs Herz: Haben Sie bei solchen Umfragen schon jemals eine wirklich neue Idee erfahren? In der Regel erhält man gut gemeinte Hinweise wie “Macht es doch wie Amazon oder Google”. Hier sollte man sich eher über den betriebswirtschafltichen Nutzen solcher Umfragen Gedanken machen.

Außerdem muss die Vision aus dem Inneren kommen. Ich habe schon einige Strategiekonzepte von Agenturen gesehen - die durchaus gut waren - die aber nicht im Unternehmen gelebt wurden. Sie wurden wie eine Stafette vor sich hergetragen, aber niemand trug sie im Herzen. Es ist nur eine Frage der Zeit bis sie wieder in der Schublade verschwinden.

Visionen sind Herzensangelegenheiten

Visionen sind an Personen geknüpft, die an dem Traum glauben und die von innen her strahlen. Und das ist das, was ein Gates, Musk oder Jobs ausmacht: Sie begeistern Menschen von ihrer Idee, weil sie selbst davon begeistert sind.

Visionen sind Emotionen! Und sie brauchen Menschen, die den Mut haben dieser Vision nachzugehen, denn nicht jeder Schritt ist von Erfolg gekrönt. Manchmal sind auch Umwege erforderlich um der Vision näher zu kommen. Für mich ist Apple hierfür ein schönes Beispiel: Nachdem man Jobs bei Apple gekündigt hatte, ging es mit Apple abwärts. Jobs selbst erklärt dies in seiner Biografie (Walter Isaacson, Steve Jobs, die Autorisierte Biografie des Apple-Gründes, 2011) damit, dass sich Apple nur noch auf Zahlen beschränkt hatte. Umsätze und Margen standen im absoluten Vordergrund. Als Jobs wieder zu Apples zurückkahm, hat er zwischenzeitlich in der Filmbranche nicht nur wertvolle zusätzliche Erfahrungen gesammelt, sondern er brachte auch die Visionen wieder zurück. Sein Ziel war es hervorragende Produkte auf den Markt zu bringen - der Umsatz stellte sich dann von alleine ein. Und noch eins: Jobs hielt nicht viel von Marktforschungen. Sie zeigen immer nur das, was schon da ist.

Auch ich habe es schon oft erlebt, dass man sich sehr lange mit Diskussionen aufhielt, die sich um das “Ist” der anderen drehten aber die eigenen Potenziale vollkommen außen vor ließen. Etwas zu wagen, was andere noch nicht gemacht haben, bedeutet im ersten Schritt den Mut zu haben, darüber auch zu sprechen.

Autor: Bettina Vier
Zu meiner Website: www.ecommerce-management.de

Weitere Links im Web zu diesem Thema:

Elon Musk, Ein Leben unter Strom, WirtschaftsWoche online: http://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/elon-musk-ein-leben-unter-strom/11802724.html

Sorge um Standort Deutschland: Viele Mittelständler über 60 scheuen Innovationen, Spiegel online: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/kfw-alterung-im-mittelstand-bremst-investitionen-a-1025146.html

Was Nutzer nicht mögen. Gescheiterte Innovationen. Sueddeutsche.de: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/kfw-alterung-im-mittelstand-bremst-investitionen-a-1025146.html

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