Hierauf kommt es bei Online-Werbetexte an

Texten - Das richtige Wort zur richtigen Zeit

Das richtige Wort zur richtigen Zeit

Wir sind umgeben von Sprichwörtern und Zitaten, die daran erinnern, worauf es in der Kommunikation ankommt. Das richtige Wort zur richtigen Zeit ist nur eins davon. Es erinnert daran, sich nicht nur von den eigenen Gefühlen leiten zu lassen sondern sich auf den Gesprächspartner einzustellen. Wenn jemand den richtigen Ton findet dann ist damit nicht nur die Stimmlage gemeint. Auch jedes unausgesprochene Wort hat einen „Ton“, denn es löst Reaktionen und Gefühle in uns aus, wenn wir es lesen. Und wenn jemand Reden ist Silber, Schweigen ist Gold zitiert, dann könnte er mahnen, dass man doch lieber die Klappe hält, bevor ein falsches Wort über die Lippen kommt. Oder er weist darauf hin, dass das Gespräch langweilig ist und wenn man nichts zu sagen hat, sollte man es auch lassen.

Und genau diese Regeln (und viele mehr) gelten auch für Online-Werbetexte. Sehr stark von Googles Suchalgorithmen geprägt, wird allzu oft die eigentliche Aufgabe von Werbetexten vergessen. Grund: Die Textlänge ist wichtig für die Auffindbarkeit in Suchmaschinen als auch die Wiederholung von Keywords. Aber darunter leidet die Qualität. Während die Masse an Texten es vielleicht schafft, einen Interessenten auf die Website zu locken, können viele Texte aufgrund ihrer schlechten Qualität den Interessenten nicht halten. Schlimmer noch: Sie hinterlassen ein nachhaltiges Desinteresse beim potenziellen Kunden.

Wer aber den Interessenten begeistern und von seinem Produkt oder seiner Dienstleistung überzeugen will, muss auch auf die Textqualität achten. Stellen Sie sich vor, Sie treffen Ihren Interessenten und nehmen das Gespräch auf, nachdem er Ihnen mitgeteilt hat was er sucht. Was antworten Sie ihm, damit Sie sein Interesse an Ihrem Produkt stärken? Nichts anderes muss auch Ihr Online-Werbetext erfüllen.

Bedenken Sie, dass die Online-Kunden ungeduldig sind. Wenn sie nicht sofort erkennen, dass das Produkt das richtige sein könnte, fangen sie an, auf anderen Webseiten zu suchen. „Kommen Sie daher auf den Punkt“ und präsentieren Sie ihr Produkt mit all seinen Vorteilen. Lassen Sie beim Kunden ein Bild im Kopf entstehen, das ihn zusammen mit Ihrem Produkt zeigt. Bleiben Sie bei der Wahrheit und erklären Sie das Produkt detailgetreu. Ihr beschreibender Text muss es ermöglichen, dass der Kunde das Produkt ohne Fotovorlage exakt malen kann! Gehen Sie dabei schrittweise vor.

Geben Sie durch die Struktur Ihrer Seite dem Kunden die Möglichkeit, wichtige Informationen wie Verfügbarkeit, Preis, Größe und Farbe sofort zu erkennen. Geben Sie ihm dann die Möglichkeit tiefer in die Beschreibung einzusteigen.

Wählen Sie einfache und verständliche Worte und Sätze. Wenn der Webbesucher Ihren Text liest, wertet er erst die Wörter und dann die Sätze aus. Erst danach bringt er das, was er verstanden hat, mit seinem vorhandenen Wissen zusammen. Je mehr Zeit der Leser hierfür aufbringen muss, ums so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er abbricht. Denken Sie an Euriphides: Die Sprache der Wahrheit ist einfach.

Berücksichtigen Sie auf jeden Fall den Bildungsgrad und das Umfeld ihrer Zielgruppe. Anglizismen sind nicht jedem geläufig und Trend-Wörter werden häufig nur von der Jugend verstanden. Diese Worte sollten nur eingesetzt werden, wenn Sie sich sicher sind, dass die Zielgruppe sie beherrscht. Andernfalls sollten Sie sie spärlich verwenden und so, dass es dem Leser möglich ist, sie auch ohne Vorkenntnisse zu verstehen. Fachbegriffe dagegen sind ein Muss, wenn sich Ihr Angebot an Fachleute richtet. Sie zeigen Ihre Kompetenz.

Zu dem Bild, das im Kopf Ihres Kunden entsteht, gehören Emotionen. Auch diese lassen sich – wie einige erfolgreiche Romane beweisen – durch das geschriebene Wort auslösen. Wählen Sie Adjektive und Verben anstelle von Substantiven. Sie ermöglichen nicht nur eine kurze prägnante Beschreibung, sondern lösen auch viel stärkerer Gefühle aus. So ist ein dunkelroter, samtweicher Stoff für den Kunden viel leichter nachzuempfinden als ein „Stoff wie Samt in Dunkelrot“. Ein Produkt, das man nicht nur vor sich sieht sondern auch fühlt löst ein stärkeres Verlangen aus. Aber auch hier gilt: Bleiben Sie bei der Wahrheit. Versprechen Sie bei einem Motorrad keinen „tief brummenden Sound, der im Bauch vibriert“ wenn der Motor in Wahrheit nur summt und lediglich die Finger kribbeln lässt.

Bei allem effizienten Umgang mit Worten im Online-Marketing fragen Sie sich wahrscheinlich jetzt, wie Sie mit kurzen werblichen Texten die Suchmaschine Google beeinflussen können?

Dieser scheinbare Widerspruch ist keiner. Denn Google registriert sehr wohl, ob ein Text auf das Interesse eines Lesers stößt oder nicht. So ist die Verweildauer oder der Klick auf eine Unterseite durchaus messbar und wird von der Suchmaschine als Indiz für steigendes Interesse gewertet. Zudem können Sie mit etwas Vorbereitung Ihren Werbetext präparieren. Nutzen Sie die Analysetools von Google als auch Ihr eigenes Webtracking, um herauszufinden, welche Wörter und Phrasen Ihre Kunden nutzen. Schreiben Sie diese in eine Liste und prüfen Sie, welche davon sich in einem Werbetext, in Bildbeschriftungen, in Links etc. verwenden lassen. Aber übertreiben Sie es nicht: Ausdrücke die zu häufig verwendet werden, fallen nicht nur dem Leser auf. Auch Google wertet solche Seiten als „unnatürlich“ ab.

Und spätestens jetzt wird eins klar: Das Texten von Werbetexten ist nicht nur in der Offline Welt aufwendig. Auch in der Online-Werbung spielt der Text eine wichtige Rolle. Da hilft es auch nicht, hochprofessionelle Bilder ins Netz zustellen. Wenn die Qualität des Bildes nicht mit der Qualität des Textes harmoniert, spürt das der Leser und er wertet innerlich die Seite ab. Und so möchte ich mit einem letzten Zitat von Horaz schließen: Überlege oft, was du jemandem sagst und wem du es sagst.

Autor: Bettina Vier
Zu meiner Website: www.ecommerce-management.de

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