Archiv für die Kategorie „06 Freiberuflicher Manager“

Angstfaktor E-Commerce bei Mitarbeitern

Samstag, 5. August 2017

Verunsicherung und Misstrauen

Ich gehöre zu denen, die dabei sein durften, als das Internet begann, die Haushalte zu erobern. Inzwischen als freiberufliche E-Commerce Managerin tätig leite ich überwiegend Projekte, die mit der Einführung und Umgestaltung des E-Commerce-Geschäfts beauftragt sind. Und obwohl E-Mail-Accounts, Facebook und Amazon für die meisten Kollegen zum Alltag gehören, stoße ich in meinen Projekten immer noch auf Misstrauen und Angst.

Misstrauen, weil man nicht an den Erfolg des „neuen“ Vertriebskanals glaubt. Angst, weil das Internet zu Veränderungen der eigenen Arbeit und damit zum Verlust des Vertrauten führt. Es entsteht Verunsicherung, weil man nicht weiß, ob man den neuen Anforderungen gewachsen ist. Und das zieht sich für gewöhnlich durch das gesamte Unternehmen:

Wie hat sich zum Beispiel das Marketing mit dem Internet verändert:

Bis zum Einbruch des Internetzeitalters mussten sich weder Vertrieb noch Marketing detailliert mit der Drucktechnik oder der Übertragung der TV-Bilder auseinandersetzen. Man überließ dies den Spezialisten und konzentrierte sich darauf den Inhalt zu liefern. Für den Erfolg waren die Auflagen der Zeitschriften, die Platzierung der Anzeigen innerhalb der Zeitung und die Sendezeiten des Werbespots im Fernsehen oder Radio maßgeblich. Spötter beschrieben das Marketing gerne als Abteilung, die für die bunten Bilder zuständig waren.

Diese werden heute zwar auch auf den Webseiten benötigt, aber um im Online Geschäft punkten zu können, muss auch das Marketing sich immer mehr mit den technischen Rahmenbedingungen und der Datenanalyse auseinandersetzen (click pathes, bounce rates, visitors, usability etc.). Hinzu kommen vollkommen neue Marketing-Modelle wie affiliate, search engine optimization, adwords. Und das alles verbunden mit neuem Vokabular.

Auch in der Kundenansprache rückt die optische Kreativität scheinbar in den Hintergrund, denn die Kunden werden nun in CRM-Datenbanken (CRM = Customer Relationship Management) nach Eigenschaften geclustert. Und um Menschen zu erreichen, müssen Keywords in Suchmaschinen ausgewertet und marketingtechnisch verwertet werden. Vor allem in der Analyse von Daten jeglicher Art sind durch das Internet neue Berufe entstanden: SEO/SEA-Experten, Anlytiker für Webseiten, CRM-Spezialisten etc. Bunte Bilder sind nur noch die Spitze des Eisberges.

Oder betrachten wir den Kundenservice:

Längst beschränken sich die Fragen der Kunden nicht mehr nur auf das Produkt. Plötzlich kommen auch Fragen zum User Account, zum Download oder zum Bestellvorgang im Allgemeinen (Check out) hinzu. Auch hier müssen sich die Mitarbeiter mit technischen Fragestellungen und Lösungen auseinandersetzen.

Werfen wir auch mal einen Blick in die Kommunikationsabteilung:

Während noch in den achtziger Jahren in der Kommunikation die Pressearbeit eine der wichtigsten Kommunikationskanäle war, müssen heute auch moderne Medien wie Newsletter, Soziale Medien und Bewertungsplattformen ins Kalkül gezogen werden. Ein großer Vorteil dieser Medien ist sicherlich, dass die direkten Stimmen der Kunden gehört werden, auch wenn sie einem nicht immer gefallen, aber nun steht man auch plötzlich in der direkten Kommunikation mit ihnen. Der bisher anonyme Kunde spricht nun via Facebook & Co direkt das Unternehmen an und nicht mehr den Händler. Wie geht man mit direkter Kritik oder auch Lob um? Welche Folgen haben Shitstorms auf das Image eines Unternehmens und darf man einem Kunden auch mal öffentlich zu höflichen Umgang miteinander ermahnen? Nicht selten haben Mitarbeiter hier das Gefühl sich aufs Glatteis zu begeben. Entsprechend hoch wird auch die psychische Belastung empfunden.

Drehen wir unsere Runde weiter und besuchen die Logistik:

Bevor es die Online-Shops gab, musste die Logistik sicherstellen, dass Einzelhändler mit ausreichender Ware versorgt waren. Beliefert wurden sie in der Regel über Großhändler. Mit dem Internet änderte sich die Aufgabe drastisch, denn nun werden Endkunden beliefert. Hier werden nicht mehr Paletten sondern einzelne Päckchen verladen. Kooperationen mit Logistiker, die bisher den Versandhandel betreuten, müssen genauso ins Kalkül gezogen werden wie Speditionen für sperrige Waren. Und zudem hat der Kunde den Anspruch die Ware nicht nur am nächsten Tag zu erhalten sondern auch bei Nichtgefallen zurückgeben zu können. Hier sind plötzlich ganz neue logistische Planungen und damit Softwarelösungen erforderlich.

Und alle diese Veränderungen auf der technischen Ebene laufen in einer Abteilung zusammen, in der IT:

Aber auch hier treffe ich in der Regel auf Abwehrhaltungen und Skepsis. Warum? Sind nicht gerade die ? IT-Leute? Vorreiter für Neues? Aber auch hier gibt es inzwischen traditionelle Bereiche. Das wurde mir schlagartig bewusst, als ich die Versicherungsbranche kennenlernen durfte. Von einer Großbank kommend hatte ich das Gefühl in die Vergangenheit versetzt worden zu sein als ich in ein Versicherungsunternehmen wechselte. Es war Anfang der Neunziger und man erzählte mir, dass man erst vor kurzem die letzten Lochkarten abgeschafft habe! Aber die Erklärung war nachvollziehbar. Versicherungsprodukte wie zum Beispiel Lebensversicherungen laufen über 40 Jahre. Das bedeutet, dass auch Kundendaten und Versicherungsprodukte über vierzig Jahre verwaltet werden müssen. Und wenn ich von Versicherungsprodukte spreche, dann sind damit hoch komplexe mathematische Berechnungsformeln gemeint (Versicherungsmathematik). Kaum einer traut sich diese Produkte auf eine neue technische Plattform zu ziehen, da schon kleine Rundungsfehler dazu führen können, dass Millionen Euro zu viel ausgezahlt werden. Millionen, die erst einmal erwirtschaftet werden müssen. Diesen Steinzeitsystemen steht nun das Internet gegenüber. Eine Plattform, die sich stetig weiterentwickeln muss. Eine Plattform die nicht ein halbes Jahr warten kann, bis eine Neuerung implementiert wird. Hier ist Geschwindigkeit und modulares Denken erfordert. Auch die Programmiersprache hat sich fast über Nacht geändert. Java wurde noch vor der Jahrtausendwende zum Zauberwort. Aber nicht nur die Technik ändert sich, auch die Organisation. Scrumteams sind auf dem Vormarsch und stellen hierarchische Strukturen in Frage. Veränderungen, die selbst den Technikern Angst machen.

Und wie gehe ich als E-Commerce-Manager und Projektleiter mit all diesen Veränderungen um?

Transparenz, Know-how-Aufbau und Kommunikation sind hier für mich die Schlüssel.

Transparenz bezieht sich auf die Aufgabe und die Struktur des Projektes. Jeder soll sehen was passieren wird, damit er sich darauf vorbereiten und Fragen stellen kann. Auch offene Kritik gehört zur Transparenz, da sie berechtigte Gegenargumente liefert aber auch Ängste und vielleicht Unwissenheit offenbart.

Und dort wo Unwissenheit das Projekt behindert, kann ich mit Know-how-Aufbau gegenwirken. Hier muss ich immer an ein Projekt denken, bei dem ich die Aufgabe hatte, das E-Commerce-Team aus der Kommunikation in die IT zu verlagern. Ich war davon ausgegangen, dass die Kollegen aus der Kommunikation eigentlich froh sein werden, da sie nun weniger mit der Technik zu tun hatten. Aber das Gegenteil war der Fall. Sie fielen in ein Loch und wussten mit der Situation nichts anzufangen. Zusammen mit der Bereichsleitung habe ich Workshops durchgeführt, und den Kollegen beigebracht sich wieder auf ihre eigentliche Aufgabe, die Kommunikation zu fokussieren. Die Internetseite war ja nur ein Kanal, und sie mussten sich nun nicht mit dem Gedanken auseinandersetzen wie sie die Plattform unter Berücksichtigung der Anforderung von Einkauf, Kundendienst, Vertrieb etc. weiterentwickeln sondern wie sie die Plattform für ihre eigene Aufgabe der Kommunikation nutzen können. Das Team musste sich neu positionieren.

Dieses Beispiel zeigt auch, wie wichtig Kommunikation ist. Ich kann nur empfehlen, E-Commerce-Projekte offen zu kommunizieren. Missverständnisse und Gerüchte können so am besten vorgebeugt werden. Zudem gibt es die Möglichkeit Fragen zu beantworten. Und die meisten Fragen beziehen sich immer darauf, welche Rolle der Mitarbeiter oder das Team in Zukunft in diesem Umfeld haben werden. Fragen, die in der Zusammenarbeit immer gelöst werden können.

Ein E-Commerce-Projekt zu leiten bedeutet daher für mich nicht einfach nur eine neue Plattform mit Inhalten aufzubauen, sondern auch über Prozesse und Zuständigkeiten innerhalb des Unternehmens zu sprechen. Nur wenn die Mitarbeiter wieder wissen wo ihr Platz ist und was sie benötigen um diesen Platz ausfüllen zu können, werden sie Ängste abbauen und wieder ohne Blockaden arbeiten können.

Bettina Vier
eCommerce Management
www.ecommerce-management.de

Führungsstudie Interim Leadership Personalities

Sonntag, 4. Juni 2017

Führungsstudie Interim Leadership Personalities

Über die Studie

Erfolgreiche Führung zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass Mitarbeiter zu Höchstleistungen motiviert und Innovationen im Unternehmen Fuß fassen können. Führungsqualität ist zu einem Teil die Persönlichkeit einer Führungskraft und zu einem weiteren Teil die im Berufsleben erlernte Methoden (Führungserfahrung). Vor allem in zeitlich begrenzten Projekten mit neu zusammengestellten Projektmitarbeitern wird dieses Können unter Beweis gestellt, da in binnen kürzester Zeit das Vertrauen der Mitarbeiter gewonnen werden muss.

Interim Manager stehen permanent vor diesen Herausforderungen, da sie stetig in Mandate einsteigen und immer wieder neue Mitarbeiter führen müssen. Aber wie steht es mit der Führungsqualität von Interim Managern.

Die Helmut-Schmidt-Universität ist mit Unterstützung des AIMP dieser Frage nachgegangen und haben 248 erfahrende Interim Manager befragt. Dabei kann die Helmut-Schmidt-Universität schon auf eine jahrelange Forschungserfahrung zu Themen flexibler Arbeitsformen auf Führungsebenen zurückgreifen.

Das Ergebnis der Studie

1. Positiver Return-on-Invest.
Interim Manager schaffen in aller Regel deutlich mehr Mehrwert, als sie ihren Kunden an Personalkosten in Rechnung stellen. In unserer Studie haben sich 85,7% aller evaluierten
Interim Mandate für die Kunden rentiert – zum Teil um ein Vielfaches des Tagessatzes.

2. Nachhaltige Mitarbeiterentwicklung.
Befristet in Unternehmen tätige Interim Manager legen großen Wert auf einen verantwortungsbewussten Umgang mit Mitarbeitern (95,5%) und deren persönlich-berufliche Weiterentwicklung und Förderung (98,4%).

3. Hochleistungs-Manager.
Sie führen leidenschaftlich gern (80,4%) und sind sehr leistungsorientiert. 96,9% haben den Anspruch, durchgehend Spitzenleistungen zu erbringen. Das geht zu Lasten der Work-Life-Balance, nur 9,8% geben Freizeit und Privatem den Vorzug vor der Arbeit.

4. Sturmerprobte Wellenbrecher.
Die Mehrheit der untersuchten Interim Manager ist extrem belastbar – auch im Vergleich zu festangestellten Führungskräften. D.h., sie sind psychologisch sehr widerstandsfähig, robust und auch in schwerer See kaum aus der Ruhe zu bringen.

5. Hohe Anerkennung unter Mitarbeitern.
Am Projektende haben 88,9% aller Interim Manager die Anerkennung und das Vertrauen der Mitarbeiter für sich gewonnen. Dabei sind sie sehr schnell im On-Boarding: 54,4% genießen bereits nach vier Wochen das Mitarbeiter-Vertrauen, 84,7% benötigen zwei Monate.

6. Fachlich und persönlich begeisternd.
Interim Manager punkten bei Mitarbeitern fachlich durch ihre Kompetenz, Erfahrung und bisherigen Erfolge (96,4%) sowie persönlich durch ihre Vorbildrolle, Optimismus und Stabilität (85,9%). Dadurch können sie Widerstände positiv entkräften und Veränderungen zum Erfolg führen.“

(Holste, E. & Felfe, J. (2017): Interim Leadership Personalities, Helmut-Schmidt-Universität, pdf-Ausgabe S. 3)

Weiterführende Links:

  • Zur Studie auf der Seite der AIMP
  • Vorgängerstudie auf der Seite der AIMP: Interim Leadership Success
  • Bettina Vier
    eCommerce Management
    www.ecommerce-management.de

    Meilenstein in Sachen Scheinselbständigkeit: Urteil des Bundessozialgerichts berücksichtigt das Honorar des Selbständigen

    Dienstag, 2. Mai 2017

    Das Bundessozialgericht wertete in einem Urteil vom 31. März 2017 die Höhe des Honorars in Relation zum Verdienst von vergleichbaren Angestellten als Indiz für eine Selbständigkeit. Und es kann davon ausgegangen werden, dass dieses Kriterium auch zukünftig zusätzlich zu den bereits bekannten Kriterien wie freie Arbeitsplatzwahl, Dauer der Beschäftigung bei einem Auftraggeber, Dienstverträge etc. berücksichtigt werden soll.

    In dem vorliegenden Fall stellte das Bundessozialgericht bei einem selbständigen Heilpädagogen fest, dass das Honorar des Selbständigen über dem Verdienst eines vergleichbaren sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmers lag und die Eigenversorgung zulässt. Da auch andere Kriterien für eine Selbständigkeit sprachen, wurde die Klage der Deutschen Rentenversicherung auf Scheinselbständigkeit in der Revision abgewiesen.

    Mein persönlicher Kommentar

    Ich freue mich sehr über dieses Urteil, da damit ein wichtiges Kriterium eingeschlossen wird, das vor allem uns Interim Manager mehr Rechtssicherheit in der Diskussion um die Scheinselbständigkeit gibt.

    Gleichzeitig wird mit dem Urteil auch ein klares Statement gegen die Beschäftigung von Freiberuflern unter dem normalen Gehaltsniveau abgegeben und auch das ist erfreulich, denn eine unfaire Entlohnung schadet der sozialen Marktwirtschaft.

    Interim Manager und andere freiberufliche Kollegen bieten der Wirtschaft ein hohes Maß an Flexibilität. Dadurch können nicht nur kurzfristig fehlende Kapazitäten gedeckt werden. Auch das Know-how und die Erfahrung eines erfolgreichen Freiberuflers aufgrund der Vielzahl seiner Projekte bringen zusätzlichen Nutzen für das Unternehmen.

    Somit trägt das Urteil des Bundessozialgerichts dazu bei, eine wichtige Säule der Wirtschaftskraft zu stärken, nämlich die der freiberuflichen Mitarbeiter.

    Weiterführende Links

  • Artikel des VGSD – Verband der Gründer und Selbständigen in Deutschland
  • Bundessozialgericht – Pressmitteilung
  • Bettina Vier, Interim Managerin für E-Commerce und Digitalisierung
    (www.ecommerce-management.de)

    Was macht ein E-Commerce Manager?

    Dienstag, 30. Oktober 2012

    Nicht immer besteht Klarheit darüber was ein E-Commerce-Manager macht. Das liegt daran, dass seine Aufgaben sehr vielfältig sind und weit in die bestehende Prozesse des Unternehmens hineingreifen.

    Das Online-Portal spiegelt ein ganzes Unternehmen

    eCommerce Manager müssen auch den Cross Channel Gedanken leben können.Der E-Commerce Manager entwickelt eine passende Strategie für den Online-Auftritt eines Unternehmens und setzt diese um. Je nach Zielsetzung handelt es sich beim Online-Auftritt um ein Portal, das das Unternehmen repräsentiert oder um einen Shop, über den Waren oder Dienstleistungen direkt verkauft werden sollen. Oft wird aber auch eine Mischung aus beidem erwartet.

    Die Aufgabe des eCommerce Managers ist es eine Strategie und das entsprechende Konzept zu entwickeln, in dem Inhalte, Funktionen und Aufgaben einer Online-Plattform beschreiben werden. Je nach Umfang des Aufgabengebiets gehören dann auch Online und Onsite-Marketingmaßnahmen dazu. Nicht nur eine spannende Website sondern auch reibungslose Abläufe sind wichtige Kriterien um Kunden zu gewinnen und zu halten.

    Im Gegensatz zu Spezialisten konzentriert sich der Online Manager nicht auf ein Thema sondern behält über alle Internetaktivitäten den Überblick, um sie aufeinander abzustimmen und Synergien zu nutzen. Hierzu gehören Aktivitäten im Bereich Suchmaschinenoptimierung und ?Marketing, Webinhalte (Texter), Online-Werbung, Partnerprogramme (z.B. Affiliate) und andere Online-Services. Darüber hinaus muss er auch reibungslose Prozesse sorgen: Was passiert mit Kundendaten, wir wird die Logistik angebunden, wie der Vertrieb und der Kundendienst? Gibt es ein Call-Center das berücksichtigt werden muss oder Vertriebspartner die eigene Online-Zugänge benötigen?

    Um diesen Aufgaben gerecht werden zu können, muss sich der Internet-Manager sehr gut in die Unternehmensstrukturen einarbeiten und die Prozesse in verschiedenen Bereichen verstehen. Sich ständig mit anderen Bereichen austauschen, zuhören und gemeinsame Lösungen zu finden ist eine wichtige Aufgabe des E-Commerce Managers.

    Qualifiziertes Hintergrundwissen ist gefragt

    Damit sich der E-Commerce Manager auf fachlicher Ebene mit den Kollegen oder Agenturen unterhalten und gezielte Fragen stellen kann, kommt er nicht umhin, sich in verschiedenen Bereichen ein Grundwissen und mitunter auch ein Expertenwissen anzueignen:

    ? Usability
    ? Design
    ? Funktionalität von Suchmaschinen
    ? Varianten der Inhaltserstellung und Informationsverarbeitung
    ? Technik und Datenverarbeitung
    ? Marketing und Vertrieb (Cross-Media-, Online-, Social-Marketing)
    ? Aufbau und Optimierung von Prozessen rund um ein Internetportal
    ? Datenschutz und Recht
    ? Produktion, Lagerwirtschaft, Logistik
    ? Zahlungsmethoden
    ? Webtracking und Marktforschung
    ? Prozessanalysen und -beschreibung

    Das macht den E-Commerce-Manager zu einen Global Player, der auch abseits seiner zentralen Aufgabe wichtige Impulse für die Nutzung von Synergien oder Prozessoptimierungen geben kann. Immerhin arbeitet er überwiegend bereichsübergreifend und kann daher Ideen zusammenbringen.

    Stetige Weiterentwicklung schafft die Basis für Innovationen

    Wie eine Spinne im Netz zieht der Online-Manager nicht nur an verschiedenen Fäden gleichzeitig sondern bleibt auch stetig mit seiner Umwelt in Kontakt, um rechtzeitig auf Veränderungen zu reagieren. Sich selbst stetig weiter zu entwickeln und vorausschauend zu denken sind weitere wichtige Anforderungen an diesen Beruf.

    Entwicklungen am Markt und im Internet müssen im Auge behalten und mit dem eigenen Online-Portal abgeglichen werden. Die Online-Aktivitäten stetig weiter zu entwickeln und zu perfektionieren ist letztendlich das Ziel.

    Anforderungen an einen E-Commerce Manager

    Die Vielfalt an Aufgaben und Schnittstellen in andere Bereiche stellt hohe Anforderungen an einen E-Commerce Manager:

    ? Kommunikations- und Führungsfähigkeit
    ? Verständnis für Marketing und Vertrieb
    ? Technisches Interesse
    ? Kreativität und Vorstellungsvermögen
    ? Vorausschauendes Denken
    ? Betriebswirtschaftliches und rechtliches Fingerspitzengefühl
    ? Organisationstalent
    ? Projektorientiertes Denken
    ? Durchsetzungskraft und Durchhaltevermögen

    Fazit

    Die Aufgaben eines E-Commerce-Managers wandeln sich ständig. Offen für Neues zu sein, hohe Bereitschaft zu lernen und auf Routinen zu verzichten machen einen guten Online-Manager aus. Wer genau hierin die Herausforderung sieht und sich regelmäßig fachlich und in der sozialen Kompetenz weiterentwickelt wird mit zunehmender Erfahrung nicht nur erfolgreich sein sondern auch diesen Beruf lieben.

    eCommerce-Manager als Interim Manager – geht das?

    Mittwoch, 17. Oktober 2012

    Aber ja doch. Die enormen Entwicklungen im E-Commerce erfordern immer wieder eine Neudenken in der Online-Ausrichtung. Doch strategische Überlegungen erfordern Zeit. Längst geht es nicht mehr nur um die Frage welche Inhalte auf eine Website gestellt werden. Der E-Commerc greift tief in die Geschäftsprozesse ein: Von der Produktpräsentation über die Bestellbarkeit bis hin zu Zahllungswegen und Kundendatenbanken. Nicht zu vergessen sind Logistikfragen und nachgelagerte Kundenaquisen. Das Web ist nicht nur ein Kommunikationsmittel – es unterstützt auch den gesamten Wertschöpfungsprozess.

    Um ein solches Geschäftsfeld aufzubauen, zu expandieren oder umzustrukturieren wird Expertenwissen und Erfahrung benötigt. Oft fehlt aber dieses Wissen oder ist bereits in der täglichen Arbeit fest verbunden. Doch wie kann die Kapazität mit entsprechendem Wissen aufgestockt werden ohne langfristig daran gebunden zu sein? Und wie viel Zeit geht verloren wenn ein passender Mitarbeiter gefunden werden muss?

    Hier können Interim Manager wichtige Unterstützung leisten. So habe ich zum Beispiel ein Projekt übernommen in dem es zum einen galt das Unternehmen im Aufbau eines Teams zu unterstützen und gleichzeitig einen Online-Shop komplett neu aufzubauen. Von meinem Vorstellungsgespräch bis zum Start des Projkets verging gerade mal eine Woche. Und während ich schon in die Umsetzung des neuen Webauftritts eintauchte, konnte sich das Unternehmen in Ruhe einen E-Commerce-Leiter suchen. Gerade Unternehmen in ländlichen Gegenden verlieren in dieser Phase sehr viel Zeit, geeignete Mitarbeiter zu finden. Auch die Übergabe verlief schrittweise. Als der neue Leiter startete, konnte er sich um den Aufbau des Teams kümmern und ich hatte im Projekt für den Webauftritt ein wachsendes Team an der Seite das stück für Stück anfalenende Arbeiten übernehmen konnte. Bis zu dem Zeitpunkt bis es alleine den neuen Shop betreuen konnte. Gerade mal einen Monat nach meinem Ausscheiden aus dem Projekt ging der neue Shop online.

    Das Unternehmen hat hierdurch sehr viel Zeit gewonnen. Überlegen Sie mal: Wie lange brauchen Sie eine passende Leitungsfunktion zu finden? Und wenn diese nicht nur ein Team aufzubauen hat sondern auch noch einen vollwertigen Shop als Online-Filiale aufbauen muss, dann sind Kapazitätsprobleme vorprogrammiert. Meine Einschätzung: der Shop wäre erst sieben bis neun Monate später online gegangen.

    Doch Interim Manager haben noch weitere Vorteile zu bieten: Durch die Übernahme verschiedener Projekte sind sie geübt darin sich sehr schnell an neue Umgebungen zu gewöhnen und Aufgaben zu übernehmen. Ich selbst mag es am liebste gleich von Anfang an gefordert zu werden. Nur so gibt man mir die Möglichkeit mich schnell einzuarbeiten und zu organisieren.

    Außerdem habe ich gerade im Bereich des E-Commerce immer wieder mit unterschiedlichsten Technologien und Branchen zu tun. Durch diese Kenntnisse bin ich sehr flexibel. Es gibt in beiden Fällen Gemeinsamkeiten, die ebenfalls eine schnelle Eingewöhnung ermöglichen. Unterschiede sehe ich als Herausforderung neue Ideen in die Aufgabe einzubringen, die wichtige Vorteile gegenüber der Konkurrenz bedeuten können.

    Aber wie findet man den richtigen Interim Manager und wie beauftrage ich ihn? Viele meiner Kollegen haben wie ich eine eigene Website und können daher direkt angesprochen werden. Aber es gibt auch Personalagenturen, die sich auf die Vermittlung von Interim Manager spezialisiert haben, die sogenannten Provider. Sprechen Sie ihre Personalagentur an. Vielleicht hat sie bereits einen entsprechenden Tätigkeitsbereich oder steht in Kooperation mit einer spezialisierten Agentur. Ein weiterer Weg kann die Website des Verbandes sein. Auf der Seite der Dachgesellschaft des deutschen Interim Managements (www.ddim.de) können sie Adressen von Providern finden oder in den Profilen der Mitgliedern selbst nach geeignete Kandidaten suchen.

    Sie haben noch Fragen zum Thema Interim Management – zum Beispiel für den Bereich eCommerce? Dann scheuen Sie sich nicht Ihre Frage hier zu posten oder mir eine Mail zu schicken. Gerne beantworte ich sie.