Warum betreiben Sie E-Commerce oder wollen es tun?

E-Commerce-Strategie
Haben Sie sich diese Frage tatsächlich schon einmal konsequent gestellt? Denn genau diese Frage ist richtungsweisend dafür, wie Sie Ihren E-Commerce umsetzen.
Gehen wir mal davon aus, dass Sie ein Entscheidungsträger in einem Handelsunternehmen mit einem bereits funktionierenden Filialnetz sind. Ihr Unternehmen startet den Gang ins Internet oder hat erste Erfahrungen gewonnen. Aber Sie sind mit den Ergebnissen dieses Vertriebsweges nicht zufrieden und möchten ihm einen neuen Stellenwert im Unternehmen geben.
Und genau an diesen Punkt wechselt ein Großteil des Managements in das operative Geschäft und versucht überwiegend über Marketingaktivitäten das Geschäft anzukurbeln. Aber welche Strategie oder welches Ziel steht hinter den Aktivitäten? Und ist das Unternehmen auch hierfür ausgerichtet?
Das Ziel „mehr Umsatz zu generieren“ lasse ich an dieser Stelle nicht gelten, denn das ist in der Regel der Grund für die Existenz eines Handelsunternehmens. Viel wichtiger ist die Fragestellung, wie der Umsatz erreicht werden soll, damit das richtige Werkzeug einsetzt wird. Auch die Antwort „Ich muss im Internet sein, weil die Konkurrenz auch online ist“ lasse ich nicht gelten. Das ist keine Strategie, denn man setzt sich nicht mit dem Nutzen für das Unternehmen auseinander.
Ich habe in diesen Beitrag eine Liste von möglichen Antworten zusammengestellt. Und ja, natürlich können die meisten von ihnen auch zusammen umgesetzt werden und es ergeben sich auch Synergien. Trotzdem muss sich das Management dann bewusst sein, dass für jede bejahte Antwort Investitionen, Know-how, Manpower und Zeit benötigt wird. Die Gefahr, sich zu verzetteln, ist groß. Meine Empfehlung ist daher, sich auf ein bis zwei Zielen zu konzentrieren und die anderen Ziele auf eine Roadmap zu setzen. Eine Vision zu haben, was am Ende erreicht werden soll, ist der wichtigste Motivator, um die Umsetzungen konsequent umzusetzen.

Es folgt nun eine Liste von Möglichkeiten, wie der E-Commerce im Unternehmen positioniert werden kann. Damit wird die Grundlage für eine Strategie formuliert:

1. Mit dem E-Commerce soll verhindert werden, dass Bestandskunden an die Online-Konkurrenz abwandern

Hinter diesem Ziel stehen der Bestandskundenerhalt und der Erhalt des Umsatzes je Kunden. Durch die Präsenz des Unternehmens in verschiedenen Medien wird verhindert, dass der Kunde in einem Medium zur Konkurrenz wechselt, weil das eigene Unternehmen dort nicht vertreten ist.
Wer diese Strategie verfolgt, muss sich bewusst sein, dass durch die Investitionen in diesen Vertriebskanal die Vertriebskosten je Kunde deutlich ansteigen, ohne dass nennenswerter Mehrumsatz entsteht. Die Kennzahl an dieser Stelle ist nicht der gestiegene Umsatz, sondern der nicht eingetretene Umsatzrückgang oder der nicht zurückgegangene Umsatz je Bestandskunde.
Gegebenenfalls wird durch den damit verbundenen Service „24h Öffnungszeiten“ ein zusätzlicher Umsatz je Kunde erzielt, da der Kunde nun sofort seinen Bedarf decken kann und nicht abwägen muss, ob er in die Filiale fährt. Das ist ein positiver Nebeneffekt, der dem Service (vgl. hierzu Punkt 3) aber nicht dem oben genannten Ziel zuzurechnen ist.

2. Mit dem E-Commerce soll die inländische regionale Reichweite erhöht werden

Hier steht die regionale Verfügbar im Vordergrund. Selbst ein großes Filialnetz mit 200 Niederlassungen kann nicht alle Kunden erreichen und sichtbar sein. Gerade Regionen mit wenigen Ballungszentren sind im Filialvertrieb schwierig. Mit einem Online-Shop können aber auch diese Kunden erreicht werden. Der Kunde kommt nicht zum Händler, sondern der Händler zum Kunden.
Wer diese Strategie verfolgt, investiert in eine neue Technologie und die Anpassung der Vertriebsabwicklung statt in weitere Filialen. Zudem müssen zusätzliche Werbungskosten einkalkuliert werden, um die Käufer in den zusätzlichen Regionen zu erreichen und für das Online-Angebot zu gewinnen. Eine wichtige Kennzahl hierfür sind die Neukunden.

3. Mit dem E-Commerce soll dem Kunden zusätzlicher Service geboten werden

Ein Service, nämlich die Verfügbarkeit in verschiedenen Medien, wurde bereits in der Antwort (1) betrachtet. Aber auch weitere Services sind aus Sicht des Kunden denkbar:

  • Online informieren, lokal kaufen
  • Lokal informieren, online kaufen
  • Ersatzteile / Verbrauchsartikel online nachkaufen
  • Lieferung nach Hause (vor allem für behinderte und ältere Menschen interessant)
  • Handwerkerservice online buchen (z.B. beim Kauf von sperrigen Möbeln)
  • Kaufmöglichkeit rund um die Uhr inkl. Sonntage und Feiertage
  • Vorschau / Vorbestellung auf neue Produkte, z.B. für besonders wichtige Bestandskunden
  • Individualisierte Produkte, z.B. T-Shirts mit eigenen Motiven, Sonderausstattungen am Fahrrad
  • Geschenkservice – Artikel wird mit Grußkarte direkt an das Geburtstagskind geschickt
  • So banal der eine oder andere Service auf dem ersten Blick erscheint, so muss man sich doch bewusst machen, was dieser Service erfordert:
    Online informieren, lokal kaufen bedeutet z.B., dass der entsprechende Content zur Verfügung gestellt werden muss, damit sich der Kunde ausreichend informiert fühlt, und zwar über das Produkt und darüber hinaus (z.B. in der Anwendung, verwendete Materialien). Damit sind Ausgaben für entsprechende Texter oder Mediengestalter erforderlich, die mindestens mit dem hierüber generierten Kauf gedeckt werden müssen. Zudem muss sichergestellt werden, dass der Kunde das gefundene Produkt in dem jeweiligen anderen Kanal schnell wiederfindet.
    Auch die Kaufmöglichkeit rund um die Uhr erfordert zusätzliche Ausgaben, da die Kunden bei Problemen mit einer Hotline sprechen wollen. Steht diese nicht zur Verfügung, wandert der Kunde nicht nur zur Online-Konkurrenz ab sondern steigt auch mit einem negativen Einkaufserlebnis aus.
    Für jeden Service müssen entsprechende Kennzahlen definiert werden. Für die Online-Recherche zählen die Intensität, mit der der Content genutzt wird, und der sich daran anschließende Kauf in der Filiale. Das kann z.B. über Rabattcodes, die lokal eingelöst werden können, oder Befragungen direkt an der Kasse gemessen werden.

    4. Mit dem E-Commerce soll die Produktpalette erweitert werden

    Jeder Filialist kennt die Problematik der Verkaufsfläche: Zu viel Ware überfordert den Kunden aber häufig kann der Kunde auch nicht bedient werden, weil der gewünschte Artikel nicht im Sortiment ist oder gerade nicht vorrätig ist. Der Online/Mobile-Shop wird daher auch gerne als verlängerte Ladentheke betrachtet:

  • Nicht vorrätige Produkte können für den Kunden direkt online bestellt werden, mit Lieferung nach Hause und der Möglichkeit die Ware bei Nichtgefallen im Laden zu retournieren.
  • Der Kunde soll online auf ein erweitertes Sortiment treffen, um mit einer höheren Wahrscheinlichkeit einen passenden Artikel finden zu können. Lagerflächen sind billiger und mit technischen Hilfen bei der Suche, kann der Kunde das Sortiment nach eigenen Bedürfnissen eingrenzen.
  • Das erste Beispiel ist ein Ziel, zu dem es nicht zwingend einen sichtbaren Online-Shop geben muss. Das lässt sich mit einem Zentrallager mit einer B2C-Logistik auch umsetzen. Für den Verkäufer reichen einfache Workflows, um das Produkt digital aufzurufen und für den Kunden zu bestellen.
    Das zweite Beispiel erfordert Neuplanungen im Einkauf und eine Vernetzung des lokalen Verkaufs mit dem Online-Verkauf: Der Verkäufer muss auf die zusätzliche Ware im Shop hinweisen und im Shop muss der Kunde erkennen können welche Ware in seiner Filiale vorrätig ist. Denn bis zum Schluss entscheidet der Kunde in welchem Kanal er letztendlich kauft.
    Zur Erweiterung eignen sich hervorragend Nischenprodukte, die in der Regel eine kleinere Produktionsmenge haben. Das Verkaufsrisiko reduziert sich, wenn es online einer breiten Verkäuferschicht zur Verfügung gestellt werden kann. So können als Basics die klassischen Perlonstrümpfe angeboten werden, während extravagante Netzstrümpfe im Online-Sortiment verfügbar sind.
    Der Verkauf der Ware über die Filiale kann zudem zu eine Änderung des lokalen Sortiments führen, wenn sich ein vermeintliches Nischenprodukt zu einen Bestseller entpuppt.
    Als Kennzahlen dienen die klassischen betriebswirtschaftlichen Zahlen des Produkts, wie Lagerumschlag, verkaufte Stückzahl und Deckungsbeitrag. Sekundär kann auch die Neukundengewinnung betrachtet werden, da die zusätzlichen Artikel gegebenenfalls auch neue Kunden ansprechen.

    5. Mit dem E-Commerce soll eine zusätzliche Zielgruppe angesprochen werden

    Eine andere Zielgruppe ansprechen zu wollen, kann selbst wieder unterschiedliche Gründe haben:

  • Verjüngung der Zielgruppe
  • Zielgruppe mit dem Sondermerkmal „online affin“
  • Zentraler Abverkauf von Altware über eine eigene Online-Marke
  • Zielgruppe für das gleiche Produkt in einer anderen Ausprägung
  • Mit der Ansprache einer zusätzlichen Zielgruppe wird eine Expansion auf eine breitere Kundschaft oder der Erhalt der Kundschaft für die Zukunft angestrebt. In beiden Fällen muss auch die Frage geklärt werden, ob man das mit der gleichen Brand oder einer neuen zusätzlichen Brand erreichen möchte. Eine neue Brand erfordert auch ein entsprechendes Marketing um die neue Marke bekannt zu machen.
    Außerdem muss das Sortiment auf den Prüfstand gestellt werden: Passt es zu der neuen Zielgruppe? Vielleicht reicht es, das Sortiment mit ein paar neuen Artikeln anzureichern um andere weglassen zu können. Vielleicht muss aber auch ein eigenes Sortiment mit allen Konsequenzen aufgebaut werden. Die wichtigste Kennzahl ist zunächst die Neukundengewinnung und Markenbekanntheit in der neuen Zielgruppe. Der Abverkauf der Produkte ist für die Starphase zweitrangig, wenn eine nachhaltige Strategie gefahren werden soll, der Umsatz bekanntermaßen mit einem Timelag auf den Bekanntheitsgrad folgt.

    6. Mit dem E-Commerce soll der Umsatz je Kunde gesteigert werden

    Dieses Ziel hat seine besondere Herausforderung, da es auf mehrere bereits genannte Ziele abzielt. So kann z.B. das Angebot spezieller Services den Kunden dazu anregen mehr zu kaufen. Auch die 24h-Öffnungszeit bietet den Kunden mehr Gelegenheiten vorbeizuschauen. Und ein erweitertes Produktsortiment kann ebenfalls dazu führen, dass der Kunde öfters kauft.
    Um dieses Ziel konkretisieren zu können, muss das Management die Kunden sehr gut kennen, um ihnen den Zusatznutzen zu bieten, der ihnen am meisten zusagt. Aber vielleicht haben Sie diese Frage auch schon beantwortet, wenn Sie sich z.B. bereits entschlossen haben, online ein erweitertes Sortiment anzubieten.

    7. Mit dem E-Commerce soll eine Expansion ins Ausland erfolgen, ohne in ein Filialnetz investieren zu müssen

    Das Ziel, über die eigenen Landesgrenzen hinaus zu expandieren ist im Umfeld der Globalisierung nicht von der Hand zu weisen. Aber ohne Investitionen geht dies auch online nicht, selbst wenn bereits ein Shop existiert. So muss z.B. der gesamte Content in der entsprechenden Sprache verfügbar sein. Mit einem englisch sprachigen Web zu starten, ist gefährlich, da man sicher gehen muss, dass der Kunde über ausreichende Sprachkenntnisse verfügt.
    Zudem müssen juristische Anforderungen des Landes berücksichtigt werden: Von der Preisauszeichnung inkl. Mehrwertsteuer über Retourenansprüche und Produktauszeichnungen bis hin zu den Strukturen der B2C Logistik des Landes. Mit diesem Vorhaben kommen auch die gesamten Backendsysteme ins Spiel, da sie nun auf die Abwicklung für verschiedene Länder ausgelegt sein müssen. Ergänzend kommen die Marketingkosten für das entsprechende Land hinzu. Ein solches Projekt nimmt in der Regel eine längere Vorbereitungszeit in Anspruch als der Aufbau eines Online-Shops im eigenen Land.

    Fazit

    Die sieben oben genannten Gründe für einen Online-Shop bzw. digitalen Vertrieb zeigen, dass die unterschiedlichen Schwerpunkte unterschiedliche Herausforderungen bergen und entsprechend umgesetzt werden müssen. Eine Konzentration auf wenige Ziele ist unumgänglich, da finanzielle Mittel und Kapazitäten in der Regel nur begrenzt vorliegen.
    Zudem erfordert die Beantwortung der Frage „Warum mache ich E-Commerce“ eine grundlegende Selbstanalyse des Unternehmens mit den bekannten Methoden. Wenn dann in einer Swot-Analyse die Schwäche des Unternehmens transparent wird, kann vielleicht der E-Commerce mit der richtigen Ausrichtung die passende Antwort darauf sein.
    Wenn Sie eine Ausrichtung des E-Commerce in Erwägung ziehen oder kennen, die ich oben nicht aufgeführt habe, können Sie mir im Kommentarfeld eine kurze Nachricht schicken. Gerne nehme ich dann auch dazu Stellung.

    Bettina Vier, Interim Managerin für E-Commerce
    www.ecommerce-management.de

    Empfehlungsmarketing – Kunden könnten sich auf die Füße getreten fühlen

    Unabhängig davon ob es sich um eine Online-Shop oder eine Social-Media-Plattform handelt, immer wieder versucht man aus dem Nutzerprofil abzuleiten was den Nutzer interessieren könnte. Dass dies nicht immer gelingt zeigt dieses Beispiel von Pinterest (oder sollte ich mal ein Wort mit meinen Fotografen reden?):

    Empfehlungsmarketing

    Angstfaktor E-Commerce bei Mitarbeitern

    Verunsicherung und Misstrauen

    Ich gehöre zu denen, die dabei sein durften, als das Internet begann, die Haushalte zu erobern. Inzwischen als freiberufliche E-Commerce Managerin tätig leite ich überwiegend Projekte, die mit der Einführung und Umgestaltung des E-Commerce-Geschäfts beauftragt sind. Und obwohl E-Mail-Accounts, Facebook und Amazon für die meisten Kollegen zum Alltag gehören, stoße ich in meinen Projekten immer noch auf Misstrauen und Angst.

    Misstrauen, weil man nicht an den Erfolg des „neuen“ Vertriebskanals glaubt. Angst, weil das Internet zu Veränderungen der eigenen Arbeit und damit zum Verlust des Vertrauten führt. Es entsteht Verunsicherung, weil man nicht weiß, ob man den neuen Anforderungen gewachsen ist. Und das zieht sich für gewöhnlich durch das gesamte Unternehmen:

    Wie hat sich zum Beispiel das Marketing mit dem Internet verändert:

    Bis zum Einbruch des Internetzeitalters mussten sich weder Vertrieb noch Marketing detailliert mit der Drucktechnik oder der Übertragung der TV-Bilder auseinandersetzen. Man überließ dies den Spezialisten und konzentrierte sich darauf den Inhalt zu liefern. Für den Erfolg waren die Auflagen der Zeitschriften, die Platzierung der Anzeigen innerhalb der Zeitung und die Sendezeiten des Werbespots im Fernsehen oder Radio maßgeblich. Spötter beschrieben das Marketing gerne als Abteilung, die für die bunten Bilder zuständig waren.

    Diese werden heute zwar auch auf den Webseiten benötigt, aber um im Online Geschäft punkten zu können, muss auch das Marketing sich immer mehr mit den technischen Rahmenbedingungen und der Datenanalyse auseinandersetzen (click pathes, bounce rates, visitors, usability etc.). Hinzu kommen vollkommen neue Marketing-Modelle wie affiliate, search engine optimization, adwords. Und das alles verbunden mit neuem Vokabular.

    Auch in der Kundenansprache rückt die optische Kreativität scheinbar in den Hintergrund, denn die Kunden werden nun in CRM-Datenbanken (CRM = Customer Relationship Management) nach Eigenschaften geclustert. Und um Menschen zu erreichen, müssen Keywords in Suchmaschinen ausgewertet und marketingtechnisch verwertet werden. Vor allem in der Analyse von Daten jeglicher Art sind durch das Internet neue Berufe entstanden: SEO/SEA-Experten, Anlytiker für Webseiten, CRM-Spezialisten etc. Bunte Bilder sind nur noch die Spitze des Eisberges.

    Oder betrachten wir den Kundenservice:

    Längst beschränken sich die Fragen der Kunden nicht mehr nur auf das Produkt. Plötzlich kommen auch Fragen zum User Account, zum Download oder zum Bestellvorgang im Allgemeinen (Check out) hinzu. Auch hier müssen sich die Mitarbeiter mit technischen Fragestellungen und Lösungen auseinandersetzen.

    Werfen wir auch mal einen Blick in die Kommunikationsabteilung:

    Während noch in den achtziger Jahren in der Kommunikation die Pressearbeit eine der wichtigsten Kommunikationskanäle war, müssen heute auch moderne Medien wie Newsletter, Soziale Medien und Bewertungsplattformen ins Kalkül gezogen werden. Ein großer Vorteil dieser Medien ist sicherlich, dass die direkten Stimmen der Kunden gehört werden, auch wenn sie einem nicht immer gefallen, aber nun steht man auch plötzlich in der direkten Kommunikation mit ihnen. Der bisher anonyme Kunde spricht nun via Facebook & Co direkt das Unternehmen an und nicht mehr den Händler. Wie geht man mit direkter Kritik oder auch Lob um? Welche Folgen haben Shitstorms auf das Image eines Unternehmens und darf man einem Kunden auch mal öffentlich zu höflichen Umgang miteinander ermahnen? Nicht selten haben Mitarbeiter hier das Gefühl sich aufs Glatteis zu begeben. Entsprechend hoch wird auch die psychische Belastung empfunden.

    Drehen wir unsere Runde weiter und besuchen die Logistik:

    Bevor es die Online-Shops gab, musste die Logistik sicherstellen, dass Einzelhändler mit ausreichender Ware versorgt waren. Beliefert wurden sie in der Regel über Großhändler. Mit dem Internet änderte sich die Aufgabe drastisch, denn nun werden Endkunden beliefert. Hier werden nicht mehr Paletten sondern einzelne Päckchen verladen. Kooperationen mit Logistiker, die bisher den Versandhandel betreuten, müssen genauso ins Kalkül gezogen werden wie Speditionen für sperrige Waren. Und zudem hat der Kunde den Anspruch die Ware nicht nur am nächsten Tag zu erhalten sondern auch bei Nichtgefallen zurückgeben zu können. Hier sind plötzlich ganz neue logistische Planungen und damit Softwarelösungen erforderlich.

    Und alle diese Veränderungen auf der technischen Ebene laufen in einer Abteilung zusammen, in der IT:

    Aber auch hier treffe ich in der Regel auf Abwehrhaltungen und Skepsis. Warum? Sind nicht gerade die IT-Leute Vorreiter für Neues? Aber auch hier gibt es inzwischen traditionelle Bereiche. Das wurde mir schlagartig bewusst, als ich die Versicherungsbranche kennenlernen durfte. Von einer Großbank kommend hatte ich das Gefühl in die Vergangenheit versetzt worden zu sein als ich in ein Versicherungsunternehmen wechselte. Es war Anfang der Neunziger und man erzählte mir, dass man erst vor kurzem die letzten Lochkarten abgeschafft habe! Aber die Erklärung war nachvollziehbar. Versicherungsprodukte wie zum Beispiel Lebensversicherungen laufen über 40 Jahre. Das bedeutet, dass auch Kundendaten und Versicherungsprodukte über vierzig Jahre verwaltet werden müssen. Und wenn ich von Versicherungsprodukte spreche, dann sind damit hoch komplexe mathematische Berechnungsformeln gemeint (Versicherungsmathematik). Kaum einer traut sich diese Produkte auf eine neue technische Plattform zu ziehen, da schon kleine Rundungsfehler dazu führen können, dass Millionen Euro zu viel ausgezahlt werden. Millionen, die erst einmal erwirtschaftet werden müssen. Diesen Steinzeitsystemen steht nun das Internet gegenüber. Eine Plattform, die sich stetig weiterentwickeln muss. Eine Plattform die nicht ein halbes Jahr warten kann, bis eine Neuerung implementiert wird. Hier ist Geschwindigkeit und modulares Denken erfordert. Auch die Programmiersprache hat sich fast über Nacht geändert. Java wurde noch vor der Jahrtausendwende zum Zauberwort. Aber nicht nur die Technik ändert sich, auch die Organisation. Scrumteams sind auf dem Vormarsch und stellen hierarchische Strukturen in Frage. Veränderungen, die selbst den Technikern Angst machen.

    Und wie gehe ich als E-Commerce-Manager und Projektleiter mit all diesen Veränderungen um?

    Transparenz, Know-how-Aufbau und Kommunikation sind hier für mich die Schlüssel.

    Transparenz bezieht sich auf die Aufgabe und die Struktur des Projektes. Jeder soll sehen was passieren wird, damit er sich darauf vorbereiten und Fragen stellen kann. Auch offene Kritik gehört zur Transparenz, da sie berechtigte Gegenargumente liefert aber auch Ängste und vielleicht Unwissenheit offenbart.

    Und dort wo Unwissenheit das Projekt behindert, kann ich mit Know-how-Aufbau gegenwirken. Hier muss ich immer an ein Projekt denken, bei dem ich die Aufgabe hatte, das E-Commerce-Team aus der Kommunikation in die IT zu verlagern. Ich war davon ausgegangen, dass die Kollegen aus der Kommunikation eigentlich froh sein werden, da sie nun weniger mit der Technik zu tun hatten. Aber das Gegenteil war der Fall. Sie fielen in ein Loch und wussten mit der Situation nichts anzufangen. Zusammen mit der Bereichsleitung habe ich Workshops durchgeführt, und den Kollegen beigebracht sich wieder auf ihre eigentliche Aufgabe, die Kommunikation zu fokussieren. Die Internetseite war ja nur ein Kanal, und sie mussten sich nun nicht mit dem Gedanken auseinandersetzen wie sie die Plattform unter Berücksichtigung der Anforderung von Einkauf, Kundendienst, Vertrieb etc. weiterentwickeln sondern wie sie die Plattform für ihre eigene Aufgabe der Kommunikation nutzen können. Das Team musste sich neu positionieren.

    Dieses Beispiel zeigt auch, wie wichtig Kommunikation ist. Ich kann nur empfehlen, E-Commerce-Projekte offen zu kommunizieren. Missverständnisse und Gerüchte können so am besten vorgebeugt werden. Zudem gibt es die Möglichkeit Fragen zu beantworten. Und die meisten Fragen beziehen sich immer darauf, welche Rolle der Mitarbeiter oder das Team in Zukunft in diesem Umfeld haben werden. Fragen, die in der Zusammenarbeit immer gelöst werden können.

    Ein E-Commerce-Projekt zu leiten bedeutet daher für mich nicht einfach nur eine neue Plattform mit Inhalten aufzubauen, sondern auch über Prozesse und Zuständigkeiten innerhalb des Unternehmens zu sprechen. Nur wenn die Mitarbeiter wieder wissen wo ihr Platz ist und was sie benötigen um diesen Platz ausfüllen zu können, werden sie Ängste abbauen und wieder ohne Blockaden arbeiten können.

    Bettina Vier
    eCommerce Management
    www.ecommerce-management.de

    Führungsstudie Interim Leadership Personalities

    Führungsstudie Interim Leadership Personalities

    Über die Studie

    Erfolgreiche Führung zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass Mitarbeiter zu Höchstleistungen motiviert und Innovationen im Unternehmen Fuß fassen können. Führungsqualität ist zu einem Teil die Persönlichkeit einer Führungskraft und zu einem weiteren Teil die im Berufsleben erlernte Methoden (Führungserfahrung). Vor allem in zeitlich begrenzten Projekten mit neu zusammengestellten Projektmitarbeitern wird dieses Können unter Beweis gestellt, da in binnen kürzester Zeit das Vertrauen der Mitarbeiter gewonnen werden muss.

    Interim Manager stehen permanent vor diesen Herausforderungen, da sie stetig in Mandate einsteigen und immer wieder neue Mitarbeiter führen müssen. Aber wie steht es mit der Führungsqualität von Interim Managern.

    Die Helmut-Schmidt-Universität ist mit Unterstützung des AIMP dieser Frage nachgegangen und haben 248 erfahrende Interim Manager befragt. Dabei kann die Helmut-Schmidt-Universität schon auf eine jahrelange Forschungserfahrung zu Themen flexibler Arbeitsformen auf Führungsebenen zurückgreifen.

    Das Ergebnis der Studie

    1. Positiver Return-on-Invest.
    Interim Manager schaffen in aller Regel deutlich mehr Mehrwert, als sie ihren Kunden an Personalkosten in Rechnung stellen. In unserer Studie haben sich 85,7% aller evaluierten
    Interim Mandate für die Kunden rentiert – zum Teil um ein Vielfaches des Tagessatzes.

    2. Nachhaltige Mitarbeiterentwicklung.
    Befristet in Unternehmen tätige Interim Manager legen großen Wert auf einen verantwortungsbewussten Umgang mit Mitarbeitern (95,5%) und deren persönlich-berufliche Weiterentwicklung und Förderung (98,4%).

    3. Hochleistungs-Manager.
    Sie führen leidenschaftlich gern (80,4%) und sind sehr leistungsorientiert. 96,9% haben den Anspruch, durchgehend Spitzenleistungen zu erbringen. Das geht zu Lasten der Work-Life-Balance, nur 9,8% geben Freizeit und Privatem den Vorzug vor der Arbeit.

    4. Sturmerprobte Wellenbrecher.
    Die Mehrheit der untersuchten Interim Manager ist extrem belastbar – auch im Vergleich zu festangestellten Führungskräften. D.h., sie sind psychologisch sehr widerstandsfähig, robust und auch in schwerer See kaum aus der Ruhe zu bringen.

    5. Hohe Anerkennung unter Mitarbeitern.
    Am Projektende haben 88,9% aller Interim Manager die Anerkennung und das Vertrauen der Mitarbeiter für sich gewonnen. Dabei sind sie sehr schnell im On-Boarding: 54,4% genießen bereits nach vier Wochen das Mitarbeiter-Vertrauen, 84,7% benötigen zwei Monate.

    6. Fachlich und persönlich begeisternd.
    Interim Manager punkten bei Mitarbeitern fachlich durch ihre Kompetenz, Erfahrung und bisherigen Erfolge (96,4%) sowie persönlich durch ihre Vorbildrolle, Optimismus und Stabilität (85,9%). Dadurch können sie Widerstände positiv entkräften und Veränderungen zum Erfolg führen.“

    (Holste, E. & Felfe, J. (2017): Interim Leadership Personalities, Helmut-Schmidt-Universität, pdf-Ausgabe S. 3)

    Weiterführende Links:

  • Zur Studie auf der Seite der AIMP
  • Vorgängerstudie auf der Seite der AIMP: Interim Leadership Success
  • Bettina Vier
    eCommerce Management
    www.ecommerce-management.de

    Meilenstein in Sachen Scheinselbständigkeit: Urteil des Bundessozialgerichts berücksichtigt das Honorar des Selbständigen

    Das Bundessozialgericht wertete in einem Urteil vom 31. März 2017 die Höhe des Honorars in Relation zum Verdienst von vergleichbaren Angestellten als Indiz für eine Selbständigkeit. Und es kann davon ausgegangen werden, dass dieses Kriterium auch zukünftig zusätzlich zu den bereits bekannten Kriterien wie freie Arbeitsplatzwahl, Dauer der Beschäftigung bei einem Auftraggeber, Dienstverträge etc. berücksichtigt werden soll.

    In dem vorliegenden Fall stellte das Bundessozialgericht bei einem selbständigen Heilpädagogen fest, dass das Honorar des Selbständigen über dem Verdienst eines vergleichbaren sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmers lag und die Eigenversorgung zulässt. Da auch andere Kriterien für eine Selbständigkeit sprachen, wurde die Klage der Deutschen Rentenversicherung auf Scheinselbständigkeit in der Revision abgewiesen.

    Mein persönlicher Kommentar

    Ich freue mich sehr über dieses Urteil, da damit ein wichtiges Kriterium eingeschlossen wird, das vor allem uns Interim Manager mehr Rechtssicherheit in der Diskussion um die Scheinselbständigkeit gibt.

    Gleichzeitig wird mit dem Urteil auch ein klares Statement gegen die Beschäftigung von Freiberuflern unter dem normalen Gehaltsniveau abgegeben und auch das ist erfreulich, denn eine unfaire Entlohnung schadet der sozialen Marktwirtschaft.

    Interim Manager und andere freiberufliche Kollegen bieten der Wirtschaft ein hohes Maß an Flexibilität. Dadurch können nicht nur kurzfristig fehlende Kapazitäten gedeckt werden. Auch das Know-how und die Erfahrung eines erfolgreichen Freiberuflers aufgrund der Vielzahl seiner Projekte bringen zusätzlichen Nutzen für das Unternehmen.

    Somit trägt das Urteil des Bundessozialgerichts dazu bei, eine wichtige Säule der Wirtschaftskraft zu stärken, nämlich die der freiberuflichen Mitarbeiter.

    Weiterführende Links

  • Artikel des VGSD – Verband der Gründer und Selbständigen in Deutschland
  • Bundessozialgericht – Pressmitteilung
  • Bettina Vier, Interim Managerin für E-Commerce und Digitalisierung
    (www.ecommerce-management.de)

    Schwarze Schafe bleiben draußen – virtuelles Hausrecht

    Schwarze Schafe bleiben draußenNicht jeder Online-Kunde bereitet Freude. Wer kennt sie nicht die Nörgler, die jeder Bestellung eine Reklamatione folgen lassen. Oder die Kunden, die eine Kleid ein- bis zweimal tragen und dann als „nicht gefallen“ zurückschicken. Nicht selten können solche Waren nicht mehr oder nur preisreduziert verkauft werden. In der Kleiderbranche gibt es Retourenquoten von bis zu 50 Prozent! Hier entstehen Verluste, die in hart umkämpften Märkten einen Online-Händler in Bedrängnis bringen können.

    Aber wie sieht es mit den Hausrecht aus? Dürfen Online-Händler Kunden abweisen?

    Das virtuelle Hausrecht gilt nicht für alle

    Ein Forenbetreiber darf zum Beispiel dann einem Nutzer die Teilnahme am Forum verwähren, wenn sich die Hardware in seinem Eigentum befindet.

    Doch bei einem Online-Händler entschied das gleiche Gericht, dass ein Kunde nicht ausgeschlossen werden durfte. Begründet wurde dies insbesondere damit, dass der Kunde keine Beiträge auf die Website stellt, für die der Betreiber haften muss.

    Das wurde am 13.1.2015 (Aktenzeichen 2 O 8/15) vom Landesgericht Ulm entschieden.

    Fazit der Juristen zum Ausschluss von Kunden

    Wenn man im Web nach juristischen Einschätzungen hierzu sucht, wird darauf hingewiesen, dass man die Möglichkeit hat den Kaufvertrag nicht zu erfüllen. Voraussetzung ist, dass sich der Online-Händler über seine AGBs dieses Recht einräumt.

    Gibt es noch andere Möglichkeiten?

    Mit Hilfe der Kategorisierung von Kunden in verschiedene Kundenklassen, kann ein Online-Händler unterschiedliche Services anbieten. Kunden, die ihre Rechnungen bezahlen und die Ware in ordentlichen Zustand zurückschicken, könnten zum Beispiel portofreien Versand angeboten oder die Möglichkeit des Kaufs auf Rechnung eingeräumt bekommen. Man kann diesen Kunden auch neue Ware mit einer Vorlaufzeit zuerst anbieten. Damit werden schwarze Schafe nicht ausgeschlossen, aber man kann gute Kunden an sich binden und Anreize schaffen, sich gut zu benehmen. Diese Services können einem bestimmtem Nutzerkonto zugewiesen werden, über das die Bestellungen eingehen. Die Ausgestaltung und Kommunikation dieser Extra-Leistungen sowie die Verankerung in den AGBs sollten auf jeden Fall mit Juristen abgestimmt werden.

    Bettina Vier
    www.ecommerce-management.de

    25 Jahre Webseiten

    Wie ich eben auf Internet World lesen konnte, wurde am 13.11.1990 die erste Website mit Links online geschaltet. Hier kann man sehen wie sie damals ausgesehen hat: info.cern.ch.

    Die Erfinder des World Wide Webs waren Tim Berners-Lee und der Informatiker Robert Cailliau. „Berners-Lee entwickelte dabei die Hypertext Markup Language (HTML) und das HTTP-Protokoll. Zudem programmierte er den ersten Webbrowser und richtete auf einem NeXTcube-Rechner auch den ersten Webserver der Welt ein.“ (Internet World – Artikel „Webseite feiert 25. Geburtstag“ )

    Aus meiner Sicht: Das erfolgreichste Start-up unserer Zeit.

    „Die Gretchenfrage: Lohnt sich eCommerce überhaupt?“

    Marktstände für Ihren Verkauf

    Dieser Frage ist Prof. Gerrit Heinemann, Trade & Retail, Hochschule Niederrhein, in einem Beitrag auf der Website des Deutschen Arbeitgeber Verbandes nachgegangen.

    Entsprechend vorliegenden Prognosen ist in den nächsten 10 Jahren mit einer Verdopplung der Umsätze im E-Commerce zu rechnen. Trotzdem hält sich die Aussage „ecommerce lohnt sich nicht“ in der deutschen Wirtschaft. Nach Auskunft des Autors sind 70 Prozent aller Anbieter in Deutschland immer noch nicht online vertreten!

    Prof. Heinemann stellt dem drei Fragen gegenüber und gibt die Antworten:

    „Was ist die Alternative?“

    Die Umsätze in den klassischen Kanälen stagnieren nahezu in allen Branchen. Durch die Digitalisierung entstehen neue Wege den Kunden schneller zu erreichen und in die vom Kunden gewünschte Interaktion zu treten. Hier gewinnen pure Online Player immer mehr Marktanteile und entwickeln sich zu Marktführern (z.B. Amazon im Büchermarkt, booking.com in der Touristikbranche „Reisen“). Andere sind auf den Sprung dorthin.
    Dabei spielt die Mobile Präsenz eine wichtige Rolle. Wer hier nicht mitspielt riskiert nach Ansicht von Prof. Heinemann Umsatzverluste bis hin zur Existenzgefährdung.

    „Wer oder was treibt die Digitalisierung?“

    Nach Ansicht von Prof. Heinemann wird dies durch den Kunden selbst getrieben. 70 Prozent aller Erwachsenen über 14 Jahren würden gemäß einer eigenen Studie bereits das mobile Internet nutzen. Ein Drittel der Umsätze von Online-Händler werden über mobile Endgeräte gemacht. Auch die User-Journey, die einen Entscheidungsfindungsweg von Mobile über Internet bis hin zum stationären Handel durchläuft, spielt eine wichtige Rolle im Kaufverhalten der Kunden und wird unterschätzt.

    „Lohnt sich E-Commerce wirklich?“

    Der E-Commerce darf nicht nur am Umsatz der verkauften Waren gemessen werden. Durch die Digitalisierung gewinnt das Unternehmen Wichtige Daten über seine Kunden und die genutzten Verkaufskanäle. Dadurch wird Marketing mess- und planbar. Differenzierbare Wettbewerbsvorteile können aufgebaut und Mehrwerte für den Kunden geschaffen werden.

    Die Herausforderung des E-Commerce

    Prof. Heimann verheimlicht aber auch nicht die Schattenseiten: Vor allem Händler mit austauschbaren Sortimenten oder „fehlender Kanalexzellenz“ werden es in den nächsten Jahren schwer haben. Generell ist mit einer Konsolidierungsphase zu rechnen in der weniger effiziente Online-Händler hart auf die Probe gestellt werden. Das erfordert aber auch moderne Systeme und neue Maßstäbe an Einkauf und Logistik. Das erfordert Investitionen und eine Strategie, die eine Mischung aus In- und Outsourcing beinhaltet um rentabel arbeiten zu können.

    Hier können Sie zum Beitrag auf der Homepage des Deutschen Arbeitgeberverbandes wechseln:
    Die Gretchenfrage: Lohnt sich E-Commerce überhaupt?

    Bettina Vier
    www.ecommerce-management.de

    Liste mit Studien rund um den e(m)Commerce

    marktforschungJede Studie ist natürlich mit Vorsicht zu genießen, da oftmals nur wenig Informationen zum Erhebungsumfeld veröffentlicht werden und damit die Erhebungbasis nicht klar ist. Auch lassen sich nach meiner Meinung Ergebnisse in den USA nicht zwingender Maßen als Vorboten für Deutschland interpretieren. Wir Deutschen sind vorsichtiger mit neuen Technologien als die Amerikaner und die engere Besiedlungsdichte bei uns lässt eine bessere regionale Versorgung der Bevölkerung mit Gütern zu. Trotzdem können Zahlen durchaus Trends andeuten, die weiter zu beobachten sind. Wenn sich das Ergebnis zudem in verschiedenen Studien festigt, ist es nach meiner Einschätzung solide und sollte in der eigenen E-Commerce-Strategie berücksichtigt werden.

    Diese Liste wird sukzessive erweitert. Wer gute Studien kennt, kann diese gerne als Kommentar ergänzen.

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    Jährlich

    agof Studien

    Die agof – Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung e.V. – veröffentlicht regelmäßig Studien zum Internet, zur Mobilen Nutzung und Medienübergreifende Nutzung. In Sonderauswertungen werden die digitalen Entwicklungen auch Branchen bezogen betrachtet.

    Quelle: www.agof.de/studien
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    Jährlich

    D21-Digital-Index

    Die Studie wird jährlich durchgeführt und ersetzt seit 2013 den (N)Onliner-Atlas. Ziel der Studie ist es, den Digitalisierungsgrad der deutschen Bevölkerung festzustellen. Dabei werden nicht nur die technische Ausstattung und Nutzung der privaten Haushalte untersucht sondern auch die Digitalkompetenz der Deutschen.
    Herausgegeben wird die Studie von der Initiative 21, ein gemeinnütziges Netzwerk für die digitale Gesellschaft, mit Mitgliedern aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

    Quelle: initiatived21.de
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    30. November 2017

    Influencer sind vor allem für jüngere Internet-Nutzer akzeptierte Werbebotschafter

    Jeder sechste Internet-Nutzer in Deutschland im Alter von 14 bis 29 Jahren hat schon ein Produkt gekauft, über das er durch eine Influencer aufmerksam wurde. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung des BVDW (Bundesverband Digitaler Wirtschaft). Der Verband hat in seiner Studie 1.604 Online-User befragt. Influencer auf Facebook und YouTube sind dabei führend.

    Die Studie kann kostenlos direkt beim Verband heruntergeladen werden:
    Bedeutung von Influencer Marketing in Deutschland 2017
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    9. Oktober 2015

    Amazon ist wichtige Anlaufstelle bei Produktsuche

    Der amerikanische Anbieter für Suchmaschinenmarketing BloomReach hat bei einer Umfrage unter 2.000 US-Bürgern festgestellt, dass 44 % der Nutzer ihre Produktsuche bei Amazon starten. Damit macht Amazon Google heftig Konkurrenz. Und es zeigt, wie wichtig es ist, Amazon in der eigenen Vertriebsstrategie zu berücksichtigen.

    Quelle: Blogbeitrag von BloomReach
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    8. September 2015

    Mobile Commerce: Zahlen und Fakten

    „Laut intelliAd-Zahlen waren Smartphones nur für 9 % der Käufe verantwortlich ? bei 21% Trafficanteil ein mageres Ergebnis. Oft wird der Kauf mit dem Smartphone also nur vorbereitet, aber nicht abgeschlossen. Der Grund hierfür dürfte oft in der Beschränkung durch die kleinen Bildschirme liegen: Nach wie vor ist das Kauferlebnis per mobiler Geräte meist deutlich schlechter, als per PC oder Tablet.“

    Quelle: shopanbieter.de
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    07. September 2015

    E-Mails sind nicht tot zu kriegen

    Adobe-Studie in den USA: „Die E-Mail ist und bleibt einer der relevantesten Kommunikationskanäle ? auch wenn immer wieder behauptet wird, dass die E-Mail ausstirbt. Laut einer aktuellen Adobe Studie ist allerdings jeder Zweite davon überzeugt, dass die eigene E-Mail-Nutzung in den kommenden zwei Jahren weiter zunehmen wird.“

    Quelle: Onlinehändler
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    April 2015

    Universal Search Studie

    „Diese Searchmetrics-Studie untersucht die Entwicklung der fünf wichtigsten Universal Search-Integrationen für die deutschen Google-Suchergebnisse im Jahresverlauf 2014 von Januar bis Dezember ? Videos, Shopping, News, Maps und Bilder.“ Searchmetrics ist ein Anbieter für Suchmaschinenmarketing.

    Quelle: Searchmetrics
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    28. Oktober 2013

    Zukunft und Potenzial von standortbezogenen Diensten für den stationären Handel

    „Das eWeb Research Center der Hochschule Niederrhein führte zusammen mit KaufDa eine bundesweit repräsentative Untersuchung zum Thema: Zukunft und Potenzialen von standortbezogenen Diensten für den stationären Handel durch. Insgesamt wurden 3.017 Personen ab 14 Jahren befragt. Ziel der Studie war es, die Hypothese ?Mobiles Internet fördert die Wiederbelebung des stationären Handels“ zu prüfen.“

    Quelle: Hochschule Niederrhein – eWeb Research Center

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    Juli 2010

    Studie zur Usability von Multi-Touch Screens

    Die Studie ist zwar schon sechs Jahre alt, aber trotzdem hoch interessant. Sie zeigt, wie sich die Touch-Gewohnheiten verschiedener Nationen unterscheiden bzw. nicht unterscheiden. Bevor Sie eine Überarbeitung Ihrer App oder Ihrer mobilen Website in Angriff nehmen, sollten Sie auf jeden Fall ein Blick in diese Studie werfen:
    Weltweit berührt – Studie zur Untersuchung kultureller Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei der gestenbasierten Bedienung von Multitouch-Oberflächen. Autoren und Herausgeber: Sylvia Le Hong, Jakob Biesterfeldt, User Interface Design GmbH

    Bettina Vier, Interim Managerin für E-Commerce und Digitalisierung
    www.ecommerce-management.de

    Widerrufsrecht: Unfreie Retoure muss angenommen werden

    Rechtsfragen Wenn ein Kunde die Ware ohne Frankierung zurückschickt, muss sie trotzdem vom Händler angenommen werden. Hinweise in der Widerrufsbelehrung, dass unfreie Retouren nicht angenommen werden, sind rechtlich ungültig und ein entsprechendes Handeln wettbewerbswidrig.

    Die Kosten der Retoure können aber von dem Kunden eingefordert oder mit einem Guthaben verrechnet werden, wenn in der Widerrufsbelehrung eine Regelung der Kosten getroffen wurde.

    Der Autor weist zu recht darauf hin, dass ein Verstoß über Testkäufe sehr leicht festzustellen ist und dann abgemahnt wird.

    Bei „LOGISTIK Watch.blog“ vom Händlerbund können Sie mehr hierüber lesen:
    Themenreihe Retouren-Management: Müssen unfreie Rücksendungen angenommen werden?

    Bettina Vier
    eCommerce Management
    www.ecommerce-management.de